Mein Adventskalender

Sonntag, 24. Dezember 2006

Türchen Nr. 24

24. Dezember

Frohe Weihnachten!

Samstag, 23. Dezember 2006

Türchen Nr. 23

Einkaufswagenmarathon. Tütenschleppkrafttraining. Dekowutübungen. Ersatztannenbaumstemmwettbewerb. Alles erledigt. Es kehrt ... Ruhe ein. Die vor dem Sturm. Weihnachtsunwetter.

Rosa freut sich auf ein besinnliches Fest. Und ein friedvolles. Dabei weiß sie doch seit 33 Jahren, wie Weihnachtsfeste ablaufen. Zumindest in ihrer Familie. 15 Persönlichkeiten treffen da am 1. Weihnachtstag aufeinander. Alle so redselig wie sie selbst. Schon vor dem Menü beginnt das Wie-schaffe-ich-mir-am-besten-Gehör-Casting. Wobei Rosa und ihre drei Geschwister aus lauter Übung schon gleich für die Endrunde qualifiziert sind, wir sind damit groß geworden. Und laut. Angeheiratete haben oft geringfügige Konzentrationsschwierigkeiten, die sich nur durch jahrelanges Training beheben lassen. Wenn sie nicht vorzeitig durch Taubheit abgelöst werden. Der vorhandene Nachwuchs ist komischerweise relativ ruhig gelungen, was wohl daran liegen mag, das Kinder oft anders sein wollen als ihre Eltern. Also leise. Dafür sind sie allerdings die Meister im Papieraufreiß-Contest. Was wir großen natürlich mit gebührend-lauten Anweisungen begleiten. Gegen Abend dann sind die Münder langsam ausgetrocknet. Die Eltern respektive Großeltern sind mittlerweile ganz froh, dass das Weihnachtsfest doch auch ein Ende hat, weil selbst Schwerhörigkeit kein wirklicher Schutz ist. Die Angeheirateten müssen sich dann auf dem Nachhauseweg im Auto noch die Geschichten anhören. Die mit Kinder kommen nicht zu Wort, weil die Kleinen die Gelegenheit, gehört zu werden, jetzt auch mal ergreifen. Huch, ich bin jetzt schon geschafft davon. Und werde jetzt das Türchen zu meinem Innersten öffnen und ein wenig meditieren. Innere Ruhe vor dem äußeren Sturm. Ommmmmm.....

Freitag, 22. Dezember 2006

Türchen Nr. 22

Heute möchte ich mich entschuldigen. Bei all denen, die ich irre geleitet habe. Die auf ihrer Suche von mir abgelenkt, von den richtigen Türen weg- und in meine Welt umgeleitet wurden. 'tschuldigung.
Zum Beispiel den beiden Surfern, die in Sachen "Sodomie" unterwegs waren und dann hier gelandet sind. Sorry.
Ich bin auch untröstlich, dass ich den beiden Suchenden nicht helfen konte, die "Argumente gegen ein Tatoo" haben wollten. Sorry.
Ich weiß nicht wirklich, was die fünf sehen wollten, die nach "personenschäden köln süd" gesucht haben. Aber gefunden habt ihr es hier wohl nicht. Sorry.
Oder den dann umso mehr enttäuschten Acht, die auf der Suche nach einer "enttäuschten Liebe" waren. Sorry.
Immerhin zehn sind in Rosas Welt gelandet, weil sie Bademode von Sonja Kraus suchten. Werdet ihr hier nicht finden. Sorry.
Mit Freude habe ich gesehen, dass immerhin 23 Leute Figo in meiner Welt suchten. Ich würde ihn durchaus auch gerne hier begrüßen, aber: Sorry.
Aber immerhin wissen die 41, die sich über den TT micro C254 informieren wollten, jetzt, welche Gesundheitsdefizite auf sie warten.
Sage noch einmal jemand, Statistiken seien langweilig.

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Türchen Nr. 21

Es war ungefähr diese Uhrzeit, irgendwas vor 7 Uhr. Ich weiß nur, dass alle ganz aufgeschreckt zum Telefon liefen. Telefonklingeln mitten in der Nacht (und bei meiner Familie war alles vor 7 Uhr mitten in der Nacht) bedeutete eigentlich nie etwas gutes. Und deswegen standen mein Vater, meine Mutter und ich mit kleinen Augen, zerknitterten Gesichtern und nicht wirklich aufnahmefähig um das Telefon herum, an diesem 21. Dezember 1988. Wer letztendlich dran gegangen ist, weiß ich gar nicht mehr. Vermutlich mein Vater. Schlechte Nachrichten schluckte er früher immer am besten. Wenn ich mich recht erinnere, verschlug es ihm die Sprache. Und ich glaube, meine Mutter war doch schneller am Apparat. Und war überglücklich.
Kann das jetzt echt schon 18 Jahre her sein? Ich meine, so alt fühle ich mich noch gar nicht. Ich weiß noch ganz genau, wie ich diesen kleinen Knirps mit den dunklen Augen und den dunklen Haaren Stunden später in einem hessischen Krankenhaus bestaunt habe. Und nebenan ein nur unwesentlich älteres Mädchen als ich schrie, als ob sie abgestochen würde. Mein Kinderwunsch beschränkte sich daraufhin erst einmal auf das Tanten-Dasein. Was meine Eltern sehr beruhigte, Großelternwünsche konnten muss ja schließlich nicht das 15-jährige Nesthäkchen erfüllen. Ich glaube noch zu wissen, wie es sich anfüllte, als der Kleine den Tag nach seiner Taufe auf meinem Bauch verschlief (so lange still rum liegen schaffe ich heute nicht mehr). Ich weiß noch, dass sein erster Karnevalsauftritt als Turnvater Jahn war. Ich seh' noch, dass er stolz wie Bolle mit seiner großen Schultüte in die Schule ging. Und ganz unruhig wurde, weil sein Nachname mit W beginnt und alle anderen Kinder schon in Klassen aufgeteilt wurden, nur er noch warten musste. Ich weiß noch genau, wie er mich nach dem Besuch im Neandertalmuseum ausgequetscht hat. "Wenn wir mit den Affen verwandt sind, wo ist dann unser Fell?" Ich erinnere mich an Würfelspiele auf dem Balkon meiner zweiten Wohnung im vierten Stock. Zweimal musste er runter laufen, weil er zu schwungvoll gewürfelt hatte. Bei seiner Konfirmation musste ich mich fürs Foto zwei Stufen höher stellen, damit wir auf einer Höhe waren.
Jetzt ist er 18. Weihnachten fährt er die Familie nach Hause. 18 Jahre lang habe ich nie gesagt: Oh bist du groß geworden. Aber mal ehrlich: Boah, bin ich alt geworden.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Türchen Nr. 20

Es ist vollbracht. Ich bin ein klein bisschen stolz. Vor allem aber bin ich wahnsinnig erleichtert. Ich habe fertig. Mit Weihnachten. Also zumindest mit dem Vorspiel. Und das ist hier ja oft das zumindest körperlich anstrengendste. Über psychische Auswirkungen des Festes möchte ich mir noch gar keine Gedanken machen. Aber körperlich bin ich schon mal fertig.

Kein Kaufhaustürchen mehr, das in diesem Advent noch geöffnet werden muss. Keine Schieberei in den Mittagspausen, weil alle anderen um einen herum ja frei und entsprechend viiiiiiieeeeeeeeeeeeeel Zeit zum Stöbern haben. Stattdessen Geschenke satt. Ich überlege schon, ob ich meine Wohnung nicht das ganze Jahr so dekorieren sollte. Oder vielleicht sollte ich für das nächste Jahr einfach eine Bewerbung als Christkind abgeben. Befürchte nur, dass mit den Flügeln könnte schwierig werden. Und muss man dafür etwa brav bleiben?

Dienstag, 19. Dezember 2006

Türchen Nr. 19

Bahnfahren, die Zweite. Immer wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen. Der Stöhner scheint Urlaub zu haben. Dafür stieg ein Summer mit ein. Er ging links ins Abteil, ich also rechts. Habe schließlich schon meinen eigenen Ohrwurm. Aber ich konnte ihn nicht hören. 30 Minuten lang wurde er einfach tot gequasselt. Und lesen konnte ich auch nicht. Selbst tagträumen wurde eine Qual, weil ständig die Aida mit "dausendsechshunnerdfuffzisch" Passagieren meine schönsten Gedanken durchkreuzte. Mein Wunsch, vieleicht wie ein Eisberg auf die vier Herrschaften gegenüber zu wirken und den Gesprächsstoff einfrieren zu lassen, schmolz allerdings schnell dahin. Im Lewa ned.

30 Minuten neben Heinz und Hilde Becker. Und ihren Freunden. Aufm Weg zum Kölner Weihnachtsmarkt. Geh fodd, ey. Die Urlaubsbilder von der Aida hatten sie leider nicht dabei, obwohl gerade die hätten mich ja schon interessiert. Heinz und Hilde mit dem Aida-Pass um den Hals, "die hadde se alle aan bei de Ausflüje, da konnse se immer alle dran erkänne". Gut zu wissen. Wie auch: Das Essen auf der Aida ist überall kostenlos. Auch in dem Restaurant mit den Tischdecken, feinen Gläsern und Servietten. "Wie äh fünf Sterne Restorang". Allerdings sind da die Preise für die Getränke viel höher, die muss man zahlen, "alßo, daas kannse gar nich rausholen, so vill kannse net esse". Und eigentlich ist ja auf dem Schiff alles ganz, ganz toll. Nur die Liegestühle sind immer ganz schnell belegt. Und bei dem Tagesausflug auf die Kanaren sollte man kein Taxi nehmen. "Dä Fahrer sprach üwerhapt kin deutsch. Die erwarte einfach, dass aal ihre Sproche spreche tun." Isch sahns nur - die sind einfach unverschämt, diese Ausländer im Ausland.

Der Vorteil bei Familie Becker allerdings ist: Man kann sie ausmachen. Und manchmal zieht Gerd Dudenhöfer seine Schiebermütze sogar aus. Heinz ausm Zug zog sie an, bevor wir im Kölner Hauptbahnhof einfuhren. Es gibt Momente, da freut man sich so über sich öffnende Türe. Ajaf, so siehts aus!

Montag, 18. Dezember 2006

Türchen Nr. 18

Ich kann es nicht wirklich erklären, aber es ist einfach so. Montags ist es am schlimmsten. Vielleicht hat man sich dienstags schon an die Leute gewöhnt. Mittwochs fängt man an, sich zu überlegen, was sie wohl so machen, auf welchem Weg sie gerade sind. Steigt jemand donnerstags nicht ein, vermisst man ihn schon fast. Und freitags ist einem sowieso alles egal. Aber montags ist es immer besonders schlimm.
Die Tür huscht auf, du gehst hinein und siehst schon an den Gesichtern: es ist Montag. Einer gähnt, is wieder spät geworden letzte Nacht. Ein anderer stöhnt theatralisch, dramatisch, kriegts auch jeder mit? Synchronsprecher für Pornos, tippe ich. Das Mädel nebenan hat dafür Wimpern, dass ich kaum weggucken kann. Wow, das am Montagmorgen so hinzukriegen, dafür bräuchte ich eine Stunde weniger Schlaf und dann wahrscheinlich eine Tube Augencreme gegen Ränder mehr. Dazu kommt dann der Geruch. Die mit den schönen Augen hat ein tolles Parfüm, aber leider deckt es nicht alles andere zu. Der Typ auf dem Sitz neben mir hat definitiv mehr als die eine Zigarette davor/danach/wann auch immer hinter sich, aber immer noch besser als die Geruchsnuancen von Leuten, die anscheinend nur freitags duschen. Wie gesagt, es ist Montag. Ertragen lässt sich das nur mit Musik:

In die Straßenbahn des Todes, die heulend sich zum Stadtrand quält
Werd ich mich klaustrophobisch zwängen, weil auch die kleine Geste zählt
Und wenn du einsteigst, bin ich lang schon eng befreundet
Mit den Leuten die auf meinen Füßen stehen.

Kopf hoch, die Woche kann nur besser werden.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Türchen Nr. 17

Es scheint ein Virus umzugehen. Langsam mache ich mir Sorgen um meine männlichen Mitbewohner. Erst die Bronchien des PCs. Jetzt leidet der Nachwuchs unter Atembeschwerden. Und der Vater bald unter Bluthochdruck. Immer mal wieder hat unser Kleiner kurze Aussetzer. Ich fühle mich, als ob ich mit einem Schnarcher im Raum liegen würde (meine Irland-Reisebegleiterin dürfte wissen, was ich meine). Erst ist man vollkommen genervt, weil das Schnarchen den Raum bis in den letzten Winkel ausfüllt. Und dann setzt das Schnarchen kurz aus. Der Atem auch. Und frau schreckt hoch, aus Furcht, sie läge mit einem Sterbenden im Zimmer. Ungefähr so klingt derzeit unser TT-micro C254. Herzfrequenzstörungen, so die Diagnose von Arena. Wir sollten uns einen eigenen Arzt holen, der sie überprüft. Denen geht es wohl zu gut. Herzfrequenzstörungen beim Familienzuwachs, ich mein, man weiß doch wie junge Väter sind. Seit zwei Wochen gibt es bei uns samstags Beta-Blocker zum Mittagessen. Und meine einzige Sorge galt dem Moment, in dem während einer Herzfrequenzstörung ein Tor fallen würde. Ich habe schon mal geguckt, was ein neuer Fernsehen so kosten würde. Aber dann habe ich heute morgen die Wohnzimmertür geöffnet und spürte es gleich. Diese Ruhe, diese Besinnlichkeit. Das Schönste an Weihnachten ist ja doch irgendwie die Winterpause.

Samstag, 16. Dezember 2006

Türchen Nr. 16

Ob ich ein besonderes Verhältnis zu Türen hätte, wurde ich diese Woche gefragt. Na, Verhältnis würde ich es nicht gerade nennen. Sagen wir mal, wir respektieren uns. Hin und wieder kommt es zu einem kurzem Kräftemessen, aber zugegebenermaßen ziehe ich meistens den Kürzeren. Wenn ich die Autotür zuschlage, während eines meiner Beine noch draußen ist. Wenn ich den Küchenschrank mal eben zuhaue, während zumindest meine linke Augenbraue noch in Reichweite derselben ist. So etwas beherrsche ich perfekt. Ich habe allerdings auch schon frühzeitig mit dem Training angefangen. Mit gerade vier Jahren habe ich es auf den Beweis angelegt, wer stärker ist. Die gläserne Wohnzimmertür meiner Tante oder mein Kopf. Ich musste in der Uniklinik genäht werden, habe heute noch kaum sichtbar eine klitzekleine Narbe über der rechten Augenbraue. Die Tür hatte eine Sprung. Ob sie ausgetauscht wurde oder auch heute noch mit der Erinnerung an mich herumsteht, ist unbekannt. Ich habe nie wieder bei meiner Tante übernachtet. Und seitdem ich eine ebensolche bin, achte ich bei der Wohnungswahl schon genau auf die Türen. Offene einrennen ist sowieso die bessere Lösung.

Freitag, 15. Dezember 2006

Türchen Nr. 15

Ich glaube, meine Küchentüren können grinsen. Sie haben seit Tagen irgendwie etwas hämisches an sich. Ich warte nur darauf, dass sie vielleicht anfangen zu sprechen. Wahrscheinlich sagen sie demnächst Gedichte auf. "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann stehen die Schwiegereltern vor der Tür".
Und ich habe noch kein Weihnachtsmenü!!!
Das Schwierige an dem Menü sind zugegebenermaßen nicht die Schwiegereltern, sondern meine Ansprüche. Festlich soll das Essen sein; lecker, klar. Aber auch nicht zu schwer, und natürlich - zack, zack fertig. Ich habe "Dr. Oetker - Kochen mit Gelinggarantie" gelesen. Habe "Die kleine Schule des Kochens" studiert. Aber ich bin noch nicht fündig geworden. Rettungsangebote gerne auch per Flaschenpost!

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